Ambrosia- der “Schrecken der Allergiker” breitet sich aus
Die Ambrosia ist der Schrecken schlechthin für jeden Allergiker, denn sie besitzt das weltweit stärkste Pollenallergen. Dabei handelt es sich bei der Ambrosia nicht etwa um eine neue Pflanze, vielmehr wurden ihre Samen bereits im 19. Jahrhundert auf Frachtschiffen von Amerika nach Europa gebracht. Doch erst jetzt fühlt sich die Pflanze aufgrund des Klimawandels hier richtig wohl und breitet sich mittlerweile auch in Deutschland rasant aus.


So findet man sie zunehmend am Weg- und Straßenrand, auf Schutthalden und brachliegenden Geländen. Auch in Privatgärten ist sie auf dem Vormarsch, da die Samen insbesondere in Vogelfutter zu finden sind. Die Ambrosia, botanisch ‚Ambrosia artemisiifolia’, umgangssprachlich auch ‚Beifußblättriges Traubenkraut’, ‚Hohe Ambrosie’ oder ‚Beifuß-Ambrosie’ genannt (englisch ‚Ragweed’), wird 30 Zentimeter bis eineinhalb Meter hoch.
Eine Pflanze produziert bis zu 60.000 Samen, die vierzig Jahre lang keimfähig bleiben. Außerdem stößt ein einziges Exemplar der Ambrosia bis zu einer Million Pollen aus, die durch den Wind über Hunderte von Kilometern hinweg transportiert werden können. Die Pollen sind sehr klein und gelangen dadurch gut in die Atemwege. Bereits zehn Körner pro Kubikmeter Luft können genügen, um Allergiesymptome wie Kopfschmerzen, Heuschnupfen und Asthma auszulösen- auch bei Personen, die bislang nicht allergisch auf Pollen reagiert haben! Laut Thomas Dümmel vom Meteorologie-Institut der Freien Universität Berlin (FU) sind Erle, Birke und Gräser im Vergleich zur Ambrosie die reinsten Waisenknaben unter den Allergie-Auslösern.
In Frankreich und Norditalien, wo bereits große Bestände der Ambrosia festgestellt wurden, leidet bereits 12% der Bevölkerung an allergischen Reaktionen, die auf den Korbblütler zurückzuführen sind. Bei einer Ambrosia-Allergie ist etwa doppelt so häufig mit Asthma zu rechnen als bei einer durch andere Pollen ausgelösten Allergie. Auch die Dauer der Allergikersaison wird durch Ambrosia verlängert, da die Blütezeit von Juli bis in den Oktober hineinreicht.
Um die weitere Ausbreitung der Pflanze einzudämmen, sind inzwischen erste Maßnahmen angelaufen: in Berlin entstand ein Aktionsprogramm, bei der gefundene Pflanzen fotografiert und gemeldet werden können. Entdeckt man Pflanzen im eigenen Garten, die man entfernen möchte (und sollte), so ist allerdings darauf zu achten, dass sie nicht mit bloßen Händen ausgerissen werden, da schon der Hautkontakt zu einem Ausschlag führen kann, der sich nach zwanzig bis dreißig Minuten zeigt. Auch auf einen Atem- und Augenschutz sollte man nicht verzichten und Allergikern ist zu raten, den Kontakt mit der Pflanze komplett zu meiden. Wird man jedoch tätig, so ist darauf zu achten, dass die Pflanze mitsamt Wurzeln entfernt und in einer verschlossenen Tüte über den Hausmüll entsorgt wird- keinesfalls über den Biomüll!
Auch gewöhnlicher Grünabfall aus dem Garten sollte nicht in die freie Natur gebracht werden. Eine weitere Vorbeugungsmaßnahme besteht darin, Ambrosiasamen aus Vogelfutter zu entfernen- sie können ausgesiebt werden, da sie kleiner als Streichholzköpfe sind.
Fotos: Agroscope ACW
Verwandte Artikel:
Kreuzallergie bei Heuschnupfen