Ganzheitlichkeit im Kampf gegen den Tinnitus
Rund drei Millionen Bundesbürger leiden an Tinnitus. Die Geräusche, die nur der Betroffene wahrnimmt, können von unterschiedlicher Intensität sein und sich durch verschiedene Geräuscharten äußern. Gemeinsam haben sie jedoch, dass sie für die Betroffenen eine massive Einschränkung des täglichen Lebens darstellen. Neben der konventionellen Therapie gibt es aber noch andere Möglichkeiten, die Beschwerden zu lindern.
Der Tinnitus ist ein Symptom, das verschiedene Ursachen haben kann. Mögliche Auslöser können Stress, Knalltraumata, Autoimmunerkrankungen oder Infekte sein. Er äußert sich durch andauerndes Pfeifen, Rauschen, Zischen oder Summen. Durch die permanente Geräuschbelastung leiden viele Betroffene an Einschalf- oder Durchschlafproblemen, können sich schlecht konzentrieren oder Geräuschüberempfindlichkeit. Das ist Stress für den Körper und Geist.
Bisher gibt es keine Therapieform, die garantiert gegen die lästigen Ohr- und Kopfgeräusche wirkt. Möglichkeiten der Therapie sind durchblutungsfördernden Medikamente, die Gabe von Cortison und die Behandlung mit Akupunktur oder autogenem Training, Laser und Psychotherapie. Die werden je nach Dauer und Stadium der Erkrankung angewendet.
Aber auch die Homöopathie bietet interessante Möglichkeiten, einen Tinnitus zu behandeln. Homöopathische Mittel wie Adonis vernalis, Carbo animalis, Carbo vegetabilis oder China officinalis können nach Beurteilung der individuellen Situation die Symptome lindern.
Aktuell ist neue Therapieform im Gespräch bei der mit Hilfe von Musik der Tinnitus in seine Schranken gewiesen werden soll. Bei Test hörten Probanden ihre Lieblingsmusik über einen längeren Zeitraum. Das Besondere daran war, dass das Frequenzspektrum der Musik individuell angepasst wurde. Dafür wurde die jeweilige Tinnitus-Frequenz ermittelt und diese bei den Musikstücken herausgefiltert. Nach 12 Monaten hörten alle Probanden die Tinnitusgeräusche wesentlich leiser.
Möglichkeiten gibt es also viele, einen sicheren Heilungserfolg verspricht keine von ihnen. Aber eine Kombination aus verschiedenen Ansätzen könnte die Chance auf eine Linderung der Tinnitusgeräusche erhöhen. Ganzheitlichkeit ist hier gefragt und die Berücksichtigung aller zur Verfügung stehenden Therapieansätze, um dem Patienten einen beschwerdefreien Alltag zu ermöglichen.