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Osteoporose- wenn die Knochen brüchig werden…

Fast jeder von uns kennt zumindest einen Fall, bei dem eine ältere Person bei einem Sturz das Hüftgelenk, den Oberschenkelhals oder sonstige Knochen brach und danach nie wieder richtig auf die Beine kam. Tatsächlich stirbt rund jede sechste Frau und etwa ein Drittel der Männer nach solch einem Unfall innerhalb eines Jahres an nachfolgenden Komplikationen. Die Diagnose ‚Osteoporose’ wird oft erst nach derartigen Ereignissen gestellt, denn die Krankheit entwickelt sich schleichend und brüchige Knochen bleiben oft lange unbemerkt.

In gewissem Maß ist der Knochenschwund eine natürliche Entwicklung: bis zum etwa 35. Lebensjahr funktioniert der Knochenstoffwechsel- falls er nicht durch ungesunde Lebensweise beeinträchtigt wird- hervorragend: es wird konstant mehr Knochengewebe auf- als abgebaut. Verantwortlich sind hier zwei verschiedene Zellarten, aus denen der Knochen unter anderem besteht: die eine nennt sich Osteoblasten und steht im Dienste des Knochenaufbaus, die so genannten Osteoklasten steuern dagegen. Am Knochenstoffwechsel sind außerdem noch verschiedene Hormone und das Vitamin D beteiligt.

Zudem begünstigen bestimmte unabänderliche Faktoren einen früher und stärker auftretenden Knochenabbau als von der Natur geplant: frühzeitig auftretende Wechseljahre beeinflussen den Knochenstoffwechsel negativ durch den Mangel an Östrogen, das bislang eine gewisse Schutzfunktion übernommen hatte- bei Männern gilt dasselbe in Form fehlenden Testosterons.

Auch bestimmte Nieren- und Schilddrüsenerkrankungen sowie Rheuma und Morbus Bechterew wirken sich ungünstig auf die Stabilität der Knochen aus. Eine genetische Vorbelastung kann man leider ebenso wenig beeinflussen. Umso wichtiger ist es, dass man gerade bei Vorliegen der genannten Risikofaktoren nicht auch noch selbst zu einem verfrühten Knochenabbau beiträgt: Starkes Untergewicht, übertriebene Diäten, einseitiger Hochleistungssport oder aber Bewegungsmangel sind häufige Ursachen für die schmerzhafte Erkrankung. Für die Knochen ideal sind Sportarten, bei denen der Körper insgesamt gefordert wird- das müssen aber keinesfalls zackige 100-Meter-Sprints oder riskante Klettertouren sein: moderates Wandern, Nordic Walking und zügiges Spazierengehen sind optimal zur Osteoporose-Vorbeugung und machen zudem Spaß. Ergänzend kann man sich bei seiner Krankenkasse, der Volkshochschule oder in einem Fitness-Studio über gezielte Gymnastik zur Muskelstärkung informieren. Starke Muskeln und Sehnen stabilisieren die Knochen und regen sie sogar zum Wachstum an. Außerdem spielt hier bei Senioren der Faktor der verbesserten Stand- und Gangsicherheit eine Rolle. Unsicherheit in der Körperbeherrschung ist ein hoher Risikofaktor für Stürze.

Wichtig ist auch die knochenfreundliche Ernährung: Der Körper benötigt rund eineinhalb Gramm Kalzium pro Tag, kann es jedoch nicht selbst bilden. Deshalb sollte man darauf achten, genügend Milchprodukte, grünes Gemüse und Vollkornprodukte zu sich zu nehmen. Vitamin D wiederum ist für den Körper eine Hilfe, um Kalzium aufzunehmen- es wird vom Körper durch Sonneneinstrahlung auf die Haut gebildet. Nicht der einzige, aber ein guter Grund, sich regelmäßig im Freien aufzuhalten.

Bereits in der Wachstumsphase eines Menschen, also im Kinder- und Teenageralter, wird die Grundlage für ein stabiles Knochengerüst gelegt. Beeinträchtigt wird dieser Vorgang oft durch falsche Ernährung, insbesondere durch Aufnahme zu vieler Cola-Getränke mit ihrem hohen Gehalt an Phosphat, das dem Körper Kalzium entzieht. Ein Übermaß an Kaffee hat denselben Effekt.

Weitere selbst gemachte Risikofaktoren liegen in übermäßigem Alkoholkonsum, der die Knochen bildenden Osteoblasten bei ihrer Tätigkeit stört. Nikotin steht im Verdacht, dem Knochengewebe Nährstoffe zu entziehen. Und einseitige Diäten und / oder Abführmittelmissbrauch schaden sowohl dem Körper insgesamt als auch den Knochen, weil sie sie regelrecht ‚aushungern’.


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