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Schweinegrippe-Virus A(H1N1) genetisch entschlüsselt

In Winnipeg (Kanada) ist es Medienberichten zufolge gelungen, das Schweinegrippe-Virus A(H1N1) genetisch zu entschlüsseln. Davon erhoffen sich die Wissenschaftler weitere Erkenntnisse über die Abstammung des Erregers, seine mögliche Ausbreitung und Mutation.

Währenddessen wurde der zehnte Schweinegrippe-Fall in Deutschland bestätigt: bei einem Mexiko-Reisenden aus dem Landkreis Wittenberg (Sachsen-Anhalt) konnte das Virus eindeutig nachgewiesen werden. Nach ärztlicher Einschätzung war der inzwischen genesene Mann jedoch nur leicht erkrankt. Die ermittelten Kontaktpersonen zeigten bislang keine Grippe-Symptome, wurden jedoch prophylaktisch behandelt.

Nach Angaben der WHO (Weltgesundheitsorganisation) vom 06.05.09 wurden weltweit aus mittlerweile 23 Ländern insgesamt 1893 Fälle der Schweinegrippe gemeldet. Schwerpunkt liegt nach wie vor in Mexiko mit 942 Fällen und 29 Toten. Aus den USA wurden bislang 642 Fälle, davon zwei mit Todesfolge, gemeldet. In Europa steht Spanien mit 73 bestätigten Fällen an der Spitze.

Im EU-Zentrum für Seuchenbekämpfung in Stockholm (ECDC) wurden unterdessen Einschätzungen zum  Verlauf der Epidemie bekannt gegeben. Demnach wäre es möglich, dass zwischen 25 und 35 Prozent der Bevölkerung an dem Virus erkrankten, wobei rund ein Drittel der Infizierten schätzungsweise keine Krankheitssymptome entwickeln würden. Angus Nicoll, Sprecher des ECDC, rechnet damit, dass zur Zeit der größten Ausbreitung etwa zehn bis zwölf Prozent der Bevölkerung zeitgleich erkranken, der Großteil jedoch in milder Form. Diese Einschätzungen konnten aufgrund bisheriger weltweiter Grippeepidemien getroffen werden, seien jedoch global und könnten sowohl regional als auch zeitlich stark schwanken, betonte Nicoll.

Zum Vergleich: bei den weltweiten Grippe-Epidemien 1957 und 1968 starben rund 0,2 Prozent der Infizierten, bei der Spanischen Grippe im Jahr 1918 betrug die Sterberate zwei bis drei Prozent. Die US-Behörde für Seuchenbekämpfung (CDC) schätzt das grassierende A(H1N1) jedoch als weniger gefährlich für die Gesundheit ein als die Spanische Grippe. Es seien zwar weitere Ansteckungsfälle zu erwarten, jedoch beobachte man bisher einen eher milden Verlauf der Erkrankung.


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1 Kommentar

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