Stress und Gesundheit
Stress entwickelt sich zur Volkskrankheit Nummer Eins. Immer mehr Menschen leiden unter Stress bedingten Gesundheitsbeschwerden. Dabei reicht die Palette der Erkrankungen von Spannungskopfschmerzen über Rücken- und Magen-Darm-Probleme bis hin zum Burn-Out-Syndrom, bei dem gar nichts mehr geht. Wobei dies nur ein winziger Auszug aus dem Katalog der Folgeerscheinungen ist, die sich nachhaltig auf die Gesundheit auswirken.


Längst ist nachgewiesen, dass psychische Belastungen sich nicht nur auf das geistige, sondern eben auch auf das körperliche Wohl auswirken und zu ernsthaften gesundheitlichen Schwierigkeiten bis hin zum Herzinfarkt führen können.
Wie entsteht Stress?
Auf eine Bedrohung reagiert die Hypophyse, die für die zentrale Steuerung hormoneller Reaktionen zuständig ist, mit einer Botschaft an die Nebennieren, sie mögen doch bitte Adrenalin ausschütten. Dieses Hormon befähigt dann den Organismus, mit der Gefahrensituation umzugehen, indem es den Blutkreislauf beschleunigt, die Hirndurchblutung erhöht, die Muskeln anspannt und somit körperliche und geistige Kräfte mobilisiert. Man ist nun in der Lage, den Feind entweder in die Flucht zu schlagen oder den Kampf mit ihm auszutragen.
Erfolgt diese Entlastung jedoch nicht, so entsteht eine permanente Stresssituation und Alarmbereitschaft im Organismus, die so von der Evolution nicht vorgesehen war:
…Ist das aber der Fall, kann es zu körperlichen Stressreaktionen kommen, welche die Gesundheit gefährden und zu Gesundheitsproblemen führen, wie z.B. Anfälligkeit für Infektionen, chronischer Erschöpfung und chronische Schmerzen, Schlafstörungen etc.
Nach vollbrachter Hochleistung wünscht sich der Organismus wieder zurück in die Normalität und versucht, mit Hilfe von Hormonen und weiteren Botenstoffen, seinen Stoffwechsel dem Auf und Ab einer sich ständig ändernden Umwelt anzupassen. Der Preis ist ein verzögerter Abbau der Stressreaktion, weil die damit verbundenen chronisch erhöhten Cortisolwerte verhindern, dass die Stressreaktion sich abbauen kann. Das Immunsystem, im Kampf gegen vorhandene Krankheiten und in der Abwehr gegen neue Infektionen, wird geschwächt. Diabetes und Übergewicht werden begünstigt, das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt erhöht. So geraten heute viele Menschen leicht in einen Zustand ständiger Alarmiertheit, der die Anpassungsfähigkeit des Organismus auf Dauer überfordert. Dazu kommen noch die modernen, (oft als Bewältigungsstrategien) zum Teil Risiko belastenden Lebensweisen, wie falsche Ernährung, übermäßiger Alkoholkonsum, Bewegungsmangel, Rauchen und Übergewicht, welche eine zusätzliche Belastung darstellen. Quelle: http://www.stangl.eu)
Die körperliche Reaktion auf Stress ist also normal und zum Überleben hilfreich. Allerdings ist diese Notfallmaßnahme des Körpers höchstens auf wenige Stunden ausgerichtet und als Dauerzustand schädlich, wie auf der Internetpräzenz stangl.eu beschrieben:
- Ständige Erregung des Sympathikus
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Erhöhter Zuckerspiegel
Leber- und andere Organerkrankungen
- Erhöhter Cholesterinspiegel
Schlaganfallrisiko
- Verminderte Darmtätigkeit
Magen-Darmerkrankungen
- Erhöhter Muskeltonus
Verspannungen, Haltungs- und Gelenksschäden, Spannungskopfschmerz
- Chronische Belastung
Organismus in ständiger Widerstandsbereitschaft
Erschöpfung, Leistungsverlust
- Geschwächte Immunkompetenz
lange Belastung
Abschwächung der Parameter
- Gesundheitliches Risikoverhalten
Teil der behavioralen Stressreaktion
verstärken Risiko
- (Quelle: http://studium.lerntipp.at/stress/index.shtml)
Auch die Barmer-Krankenkasse sieht mögliche körperliche Schädigungen durch permanenten Stress:
Magen-Darm-, Herzkreislauf- oder Krebserkrankungen, Immunschwäche, Rücken- und Kopfschmerzen sowie psychische Probleme treten häufig in Verbindung mit Stress auf. Je höher und je länger die Stressbelastung, desto größer ist die Gefahr zu erkranken.
Als Folgen sofortiger körperlicher und psychischer Reaktionen auf Stress werden dort aufgeführt:
- Muskelverspannungen, Kopfschmerzen,
- Beschleunigung von Herzschlag und Atmung,
- Blutdruckanstieg oder -abfall,
- Schweißausbrüche, Durchfall
- Unsicherheit, Gereiztheit,
- Ängstlichkeit, Depression,
- Konzentrationsschwäche, Hektik,
- Einengung der Wahrnehmung und des Denkens.
Es ist also wichtig und sinnvoll, sich mit den Ursachen der Stress-Situationen auseinanderzusetzen, und zu lernen, mit Stress umzugehen, um gesundheitliche Folgen zu verhindern und in Balance zu bleiben.
(Foto: Gerd Altmann, pixelio.de)