Tipps gegen Heißhunger
Heißhunger kann sowohl körperliche als auch psychische Gründe haben- in jedem Fall aber ist etwas aus dem Gleichgewicht geraten. Hier einige Tipps, wie man mit solchen Heißhungeranfällen am besten umgeht. Zunächst aber zu den Ursachen, welche nach Ansicht der Dipl.-Psychologin Dr. Doris Wolf vor allem aus folgenden Punkten bestehen:
Körperliche Ursachen
- Unter Abnehmwilligen ist es weit verbreitet, den ganzen Tag über extrem wenig zu essen. Der Körper reagiert irgendwann im Lauf des Tages- meist abends, wenn der Stress vorbei ist, mit einer Hungerattacke.
- Der Konsum von Süßstoff kann Hungeranfälle auslösen, weil der Körper sich dadurch getäuscht sieht. Süßstoff gaukelt dem Gehirn vor, es käme jetzt gleich Zucker- schnell merkt er jedoch, dass dies nicht der Fall ist und der Blutzuckerspiegel sinkt rapide ab. Dies bewirkt Heißhunger.
- Industriell verarbeitete Produkte, die vor allem leere Kohlehydrate enthalten (Weißmehl, Kekse, Schokolade usw.) lassen ebenfalls den Blutzuckerspiegel absacken und signalisieren Hunger.
- Durst wird bei manchen Menschen mit Hunger verwechselt.
- Es gibt Hinweise, dass der Körper vor allem das verlangt, womit man ihn bei Hunger versorgt. Ist dies zum Beispiel Schokolade, würde er demnach auf Hunger auch künftig mit dem Appetit auf Schokolade reagieren.
- Laut Dr. Wolf besteht eine erhöhte Neigung zu Heißhunger bei Frauen in der zweiten Zyklushälfte. Fühle man sich in dieser Phase reizbar, müde und ausgelaugt, so entstehe ein vermehrtes Bedürfnis nach Süßem und Fettem.
Seelische Ursachen
- Wenn man sich bestimmte Lebensmittel komplett verbietet, entsteht gerade auf diese meist ‚ungesunden’ Dickmacher Heißhunger.
- Man hat sich darauf programmiert, dass Essen mit Entspannung gleichzusetzen ist und reagiert in Stress-Situationen schon automatisch mit dem Bedürfnis nach einem Stück (oder einer Tafel) Schokolade.
- Man verlegt diese ‚Entspannung’ auf die Zeit nach Feierabend und gönnt sich tagsüber nichts. Bis zum Abend ist der Heißhungeranfall dann fast schon vorprogrammiert.
Tipps
- Keine Mahlzeiten ausfallen lassen, insbesondere auf ein gesundes, reichhaltiges Frühstück achten. Je länger der Körper ohne Nahrung auskommen muss, desto mehr programmiert sich der Stoffwechsel auf ‚Karge Zeiten!! Alles bunkern, was kommt!!’ Dies ist übrigens auch die Ursache für den Jo-Jo-Effekt nach Diäten.
- Wasser trinken! Sowohl vor dem Essen (füllt den Magen und nimmt den größten Hunger) als auch über den Tag verteilt zwei bis drei Liter trinken. Gut sind auch Kräutertees sowie Fruchtsaft-Schorle.
- Auch bei leichtem Hunger zwischen den Mahlzeiten eine Kleinigkeit essen: Gemüseschnitze, einen Joghurt, ein paar Nüsse.
- Light-Produkte sind geschmacklich meist eine Enttäuschung und die enthaltenen Süßstoffe führen zu oben genannten Hungeranfällen. Besser zu normalen Produkten greifen, die auch ein intensiveres Geschmackserlebnis bieten.
- Sich nichts komplett verbieten. Gönnt man sich ab und an ein Stück Schokolade, ein paar Kekse oder einen Kuchen, so entsteht erst gar keine Gier darauf. Und ein gut funktionierender Stoffwechsel kommt damit durchaus klar.

- Volker Schusdziarra, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, vertritt in der Online-Ausgabe des Magazins ‚Focus’ die Ansicht, dass man abends auf Obst verzichten solle, da vor allem bei süßen Früchten der Insulinspiegel im Körper ansteige und damit den Fettabbau verhindere, der vor allem nachts stattfinde. Auch tagsüber sei ein eiweißhaltiger Snack geeigneter als Obst oder Schokolade.
Mehr dazu von Dipl.-Psychologin Doris Wolf auf:
http://www.palverlag.de/heisshungeranfaelle.html
(Foto oben: bernis; Foto unten: Betty; beide: pixelio.de)